Der Tod des Traditionsvereins

Der Sieg von Wolfsburg über Dortmund in der Pokalfinale war nicht nur Sieg des Tabellenzweiten gegen einen enttäuschten Ex-Meister, sonder vielmehr der Sieg einer Werksmannschaft über einen Traditionsverein. Dieses offenbart ein Problem, mit dem der deutschen Fußball sich mehr und mehr beschäftigen muss. Der Traditionsverein stirbt offenbar langsam aus.

Während Retorten- bzw. Werksvereine wie Hoffenheim, Wolfsburg, Leverkusen, Ingolstadt und RB Leipzig mit finanzkräftigen Unternehmen im Rücken, aber relativ wenig Fans, langsam das Kommando übernehmen, kämpfen mehr und mehr alteingesessene Vereine um ihr Leben.

Unabhängig davon, ob der HSV am Montag die Klasse hält, eröffnet ein Blick auf die zweite Liga so einiges. Vereine wie Fortuna Düsseldorf, 1 F.C. Kaiserslautern, Eintracht Braunschweig, 1860 München, 1. F.C. Nürnberg sind dort wieder zu finden, in der Bundesliga kämpfen der HSV und Stuttgart ums nackte überleben (auch wenn es für Stuttgart in der abgelaufenen Saison gut ausgegangen ist.

In England zum Beispiel konnten die Traditionsmannschaften bedingt die Stellung halten, weil ausländischen Geldgeber keine Probleme haben, die Vereine zu übernehmen und in sie zu investieren. In Deutschland ist aufgrund der 50 + 1 Regelung so nicht ohne Weiteres möglich, also wird eine andere Schiene gefahren – zum Leidwesen der Tradition, die man eigentlich unbedingt erhalten wollte… traurige Zeiten eigentlich.

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