Busbahnhof in Pinneberg für Preis nominiert

Der noch nicht fertiggebaute Busbahnhof Pinnebergs ist für den Design Preis 2019 der Akademie “h-moll” mit Sitz im Seebad Prora auf Rügen nominiert worden. Entsprechende Berichte wurden vom Komitee der Akademie gestern bestätigt.

Die Akademie, die ihre Inspiration von Franz Schuberts Symphonie h-moll (unvollendet) nimmt, zeichnet Bauten aus, die nie fertiggestellt wurden. Bisherige Preisträger sind zum Beispiel das Berliner Flughafen BER, oder das Kernkraftwerk Stendal, dessen Bau im Zuge der Wiedervereinigung eingestellt wurde. Aber auch Bauwerke im Ausland werden ausgezeichnet, beispielsweise das vom Unglück verfolgten Sathorn Unique Tower in Bangkok.

Die Sinfonie in h-Moll, D 759 (im deutschsprachigen Raum gebräuchliche Nummerierungen 7 oder 8), genannt Die Unvollendete, ist eine zweisätzige Sinfonie von Franz Schubert. Von den restlichen Sätzen existieren nur ganz wenige rudimentäre Bruchstücke zu einem Satz 3. Eine allgemein akzeptierte Vervollständigung existiert nicht. Wikipedia

Probleme mit der Statik

Der Busbahnhof in Pinneberg raubt den Pinnebergern inzwischen den letzten Nerv. Nachdem es Probleme mit der Statik gegeben hat, geht es mit der Fertigstellung einfach nicht mehr voran. Dabei sei das Dach schon lange fertiggestellt und auf Lager liegend, so ein Bericht des Hamburger Abendblattes vom 20. März 2019

Die Jury lobte die schlichten Formen der Anlage in seiner jetzigen Form. “Das Bauvorhaben passt nahtlos in einer Reihe nicht fertiggestellten Bauten in Deutschland in den letzten Jahren,” sagte Jurymitglied Stefan Hein. Besonders spannend findet er die Tatsache, dass die Arbeiten am Bahnhof selber zügig vorankommen. “Diese Diskrepanz zwischen Effektivität auf der einen Seite und scheinbare Ohnmacht des Bauherren auf der Anderen, gibt der Sache eine zusätzliche, amüsante Note,” sagt er.

Der Preis, der nur an unvollendeten Bauten vergeben wird, ist mit gut 35.000 Euro und einer Urkunde dotiert.

Elbphilharmonie musste Preis zurückgeben

Skurriles am Rande: Die Hamburger Elbphilharmonie gewann den Preis 2014, aber nach Vollendung des Gebäudes im November 2016 musste der Preis zurückgegeben werden. Sollte Pinneberg den Preis gewinnen, müsste dieser im Falle der Fertigstellung des Bahnhofs ebenfalls geschehen. Solche Ereignisse sind allerdings ehe die Ausnahme.

Die Stadt Pinneberg zeigte sich enttäuscht. “Von dieser Auszeichnung hören wir zum ersten Male”, verlautete es aus dem Rathaus. “Dabei haben wir gerade erfahren, dass der Bau des Bahnhofs noch in Mai weitergehen soll”. Jetzt soll geprüft werden, ob der Auftrag storniert werden kann. Denn das Preisgeld könnte man gut für eine neue Ampelanlage in der Friedrich-Ebert-Straße gebrauchen, und diese sei schließlich wichtiger.

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