Fussball 23.03.2015

8 Fragen vor dem Abstieg: Quo Vadis HSV?

Es ist also endlich soweit; de HSV sitzt nach 26 Spieltagen da, wo es in der letzten Saison aufhörte: Auf einem Relegationsplatz. Letztes Jahr hatte man in den beiden Relegationsspielen sehr viel Glück, aber in diesem Jahr ist so viel Glück nicht mehr zu erwarten. Mit 16 Toren in 26 Spielen, ist man da wo man hingehört.

Nach dem Offenbarungseid gegen Hertha BSC, dem Spiel, das man unbedingt gewinnen musste, (die nächsten Gegner sind Leverkusen, Wolfsburg, Bremen und Augsburg) hat man nun die Notbremse gezogen. Wirklich? Was ist jetzt anders geworden. Peter Knäbel soll bis Ende der Saison die Mannschaft führen. Es stellen sich eine ganze Menge fragen.

Jetzt wird Frust abgelassen, es muss sein, sorry…

Wer ist Peter Knäbel, wer war Joe Zinnbauer? Ein No-Name Trainer mag mit einer jungen, hungrigen Mannschaft funktionieren, aber mit einer Mannschaft voller alternden Stars und Diven? Warum hat ein HSV so viel Probleme, einen Trainer und einen Sportchef mit Namen an Land zu ziehen? Wie viele Absagen gibt es jedesmal, wo der HSV auf Suche ist? Siegenthaler, Laudrup, Sammer, Magath… alles Namen, die gehandelt wurden, alles Namen, die abgesagt haben. Und mit welchen Begründungen…

Teile des Aufsichtsrates, der Vorstand sowie die Initiatoren der Gruppe HSVplus haben sich gegen mich gestellt. Wie soll man mit solchen Voraussetzungen einen Verein erfolgreich durch den Abstiegskampf führen? Felix Magath

Warum investiert man 13 Millionen in einen Spieler wie Rafael van der Vaart? Warum gibt man überhaupt Geld für ihn aus? Er ist zwar ein begnadeter Spieler, aber beim HSV ist sein Name irgendwie synonym mit Misserfolg. Wir erinnern uns? (Und ich meine nicht seine Trikot-Aktion). Als es damals dem HSV auch schlecht ging, stellte sich vdV mit anderen Spielern auf dem Balkon und demonstrierte für den Erhalt von Thomas Doll als Trainer mit einem riesigen Spruchband. Die Frage, warum er seine Verbundenheit mit seinem Trainer nicht auf dem Platz zeigte, stellte man damals schon. In unserer Branche sagt man: Ein beliebte Manager ist ein schlechter Manager. Davon abgesehen, aber was sagt das schon über den Spieler aus?

Warum kauft man einen 35-jähriger Stürmer in der Winterpause? Einen Spieler, der in der Vergangenheit zwar viel für den HSV getan hat, aber das war gestern! Jetzt hat er seine beste Zeit hinter sich, und kann offensichtlich nicht die Impulse bringen, die man von ihm erwartet. Davon abgesehen, dass man beim HSV offensichtlich nicht merkt, wo das Problem liegt. Sind die bereits vorhandenen Stürmer wirklich so schlecht, dass man in 26 Spielen nur 16 Tore schießt und überhaupt keine Gefahr vor dem Tor ausstrahlen, oder liegen die Probleme vielleicht wirklich woanders?

In einer Zeit, wo Spieler mit Rücksicht auf ihre Ex-Clubs nicht mehr jubeln, wenn sie gegen diesen treffen, hat Son nach seinen Transfer nach Leverkusen in 2013 bei seiner Rückkehr in das Volksparkstadion in November gleich dreimal getroffen und gejubelt, als wenn er gerade die Weltmeisterschaft gewonnen hätte. Und dabei war er in einer sogenannten Formkrise. Warum? Warum geben ex-Spieler immer Gas, wenn sie gegen den HSV spielen, aber umgekehrt funktioniert das nicht? Wie viele Tore hat zum Beispiel Lasogga schon gegen Hertha geschossen?

Und das Thema Calhanoglu. Lassen wir für einen Moment sein Verhalten vor und während des Transfers beiseite, was lief da wirklich ab? Bildet er sich wirklich alles nur ein, oder gab es doch womöglich interne Absprachen, die nicht eingehalten wurden? Auf jeden Fall bleibt ein fader Beigeschmack.

Warum kriegen gewisse Spieler beim HSV kein Bein an Land, blühen aber in ihrem nächsten Verein aber geradezu auf? Aktuell zu nennen wären Sidney Sam (Leverkusen), Ben-Hatira (Hertha), Choupo-Moting (Schalke). Warum verkauft man die Spieler, die uns weiterbringen können, und dafür holen wir uns Auslaufmodelle?

Warum hat man nicht den Stolz, Derbys zu gewinnen? Warum können wir nicht Mannschaften wie Werder Bremen besiegen? Warum wissen die Spieler (oder warum ist es denen egal) nicht, wie die Fans ticken. Man kann alle Spiele verlieren außer gegen Werder Bremen und Bayern München. Welcher Fan hat vergessen, wie Werder Bremen uns vor einigen Jahren 4 mal in zwei Wochen besiegte und uns dadurch den Saison versaute? Ich nicht, und mir graut davor, was in vier Wochen gegen just dieser Mannschaft passieren wird.

Überhaupt Bayern München; es hat sich rumgesprochen, gegen Bayern kann man verlieren – auch wenn man es als Fan nicht wahrhaben will. Aber 0 – 8?? 3 – 9?? Sagt mehr über den Charakter der Spieler aus, als alle anderen aufgeführten Punkte, meine ich.

Ob man den Karren vor Saisonende aus den Dreck ziehen kann, ist nach meiner Ansicht unwahrscheinlich. Solche Beiträge habe ich zwar jetzt nicht gerade zum ersten Mal geschrieben, aber es wird von Jahr zu Jahr schlimmer. So langsam habe ich das Gefühl, dass es der HSV nicht verdient, in der Bundesliga zu bleiben, und ich bin jetzt fast 40 Jahre Fan… das sagt schon alles.

Zum Schluss Leute, liest den folgenden Beitrag von Dieter Matz auf seinem Blog – die pure Verzweifelung. Ich verstehe ihn gut…, sehr gut sogar:

http://hsv-blog.abendblatt.de/2015/03/22/alles-laeuft-auf-einen-trainerwechsel-hin-heute-noch/

photo credit: _MG_2239 via photopin (license)

Dave
Ein Original-Tyke aus Yorkshire UK. Wuchs während der 70er auf, was sein Musikgeschmack nachhaltig beinflusst hat, er weiß aber, dass auch heute gute Musik gemacht wird. Liebt Musik, WordPress, HSV (jetzt erst recht), Rugby League, Istanbul und Bier - man gönnt sich ja sonst nichts. Zu Rechtsschreibfehlern. die meisten Texte sind durch duden.de geprüft. Aber man weiß ja nie...

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