Das verlorene Gesicht der Pinneberger Innenstadt

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Die Entwicklungen auf der Friedrich-Ebert-Straße und der Kreuzung Elmshorner Straße zerstören das Stadtbild von Pinneberg.

Gegenüber des Rathauses ensteht gerade ein massives Bürokomplex auf den ehemaligen Parkplätzen der Volksbank. Unten soll DM rein, was bei vielen Frauen in der Stadt zweifellos sehr gut ankommt (und bei einigen Männern sicherlich auch). Aber dadurch wird das Stadtbild von Pinneberg nachhaltig verändert, und nicht zum Positiven, wie ich meine. Wo es vorher ein Gefühl von Großzügigkeit gab, herrscht jetzt Enge und eine gefühlte Bedrohung durch diesen entstehenden Koloss. Und ganz ehrlich mal – es gäbe genug Leerstand in der Innenstadt, wo DM hin könnte.

Und die Straße davor: Wir erinnern uns; es ist noch nicht mal ein halbes Jahr her, dass mehr als eine halbe Million Euro ausgegeben wurde, um die Straßenführung „zu verbessern“, und schon jetzt sieht die Straße wie ein Flickenteppich aus, so oft wurde sie wieder aufgemacht. Darüberhinaus war die eigentliche Ideen, die Verkehrsführung zu verbessern und die Sicherheit zu gewährleisten. (Tageblatt)

das Ziel der Arbeiten ist laut der Stadt „eine stadtverträgliche Gestaltung der Straße.“ (Pinneberger Tageblatt vom 3.12.2014)

Aber davon kann meiner Meinung nach nicht die Rede sein. Das Gegenteil ist ehe der Fall. Davon abgesehen, dass wir zwei schräge Abbiegespuren haben, die ins Nichts führen und den Autofahrer so zu aufwändigen Wendungen zwingen, haben wir immer noch das Problem, dass die Bushaltestelle Richtung Hochbrücke genau vor der Zufahrt zum Parkplatz von Meyer Feinkost steht. Das führt in der Praxis dazu, dass der Autofahrer, der zu Meyer will, links an den Bus vorbei fährt, um dann genau vor ihm scharf rechts auf den Parkplatz abzubiegen. Ich warte geradezu auf den Tag, wo der Bus in genau dem Moment losfährt, als ein Auto abbiegt. Für die „Stadtverträglichkeit“ wäre es sicherlich besser gewesen, wenn die Zufahrt zum Parkplatz über die Bismarckstraße führen würde. Aber das geht mit Rücksicht auf Meyer und seine Umsätze wohl nicht.

Aber die gesamte Entwicklung der Innenstadt in Pinneberg kann ich sowieso nicht ganz nachvollziehen. Warum siedeln sich Geschäfte jetzt vermehrt an der Hauptstraße an? Warum lässt diese Entwicklung die Stadt zu? Schon die Rathauspassage zieht Leute von der Dingsstätte weg, und jetzt mit Meyer und DM spielt sich das Geschehen immer mehr an der Friedrich-Ebert-Straße ab. Zum Leidwesen der Händler in der Fußgängerzone, wo der Leerstand jetzt schon horrende Ausmaße angenommen hat. Es sollte eigentlich die Aufgabe der Stadt sein, diese Entwicklung entgegenzustemmen, statt sie offensichtlich zu unterstützen.

Weiter zum Markt. Ich bin schon lange dafür, dass der Markt komplett auf den Drosteiplatz verlegt wird. So wird die Innenstadt Leben eingehaucht, und seien wir mal ehrlich; der Markt in seiner jetzigen Form verdient noch kaum seinen Namen. Jetzt soll der Umzug wohl vollzogen werden. Teil des Planes für den Umzug war aber unter anderem, dass der Volksbank ihre Parkplätze für den Besucherverkehr freigibt. Nur, diese Parkplätze gibt es nicht mehr. Da steht bald DM drauf. Und wo soll man denn parken?

Und vor allem was passiert mit dem nicht mehr gebrauchten Marktplatz, eines der Filetstücke der Stadt? Die Lösung scheint einfach: Verkaufen und Büros drauf. Wie der Tageblatt Ende Oktober berichtete, soll ein Bürogebäude mit einer Größe von 700 m² und mit ca. 30 Mitarbeitern auf dem Parkplatz vor dem Marktplatz entstehen. ein dicker Fisch, so der Tageblatt, denn so sollen mehr als 200.000 EUR in die Stadtkasse gespült werden.

Bauamtsleiter Stieghorst räumt … ein, dass ein Teil der öffentlichen Parkfläche durch den Bau wegfalle und dort ein privater Parkplatz gebaut werde. (Tageblatt)

Also, noch mehr Parkplätze weg…

Und da laut dieser Zeitung das gesamt Areal einer Fläche von 1.275 qm haben soll, wird wohl zumindest ein Teil des Marktplatzes mit verschwinden… Was mit dem Rest passieren soll, ist mir zumindest, nicht bekannt. (Quelle)

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